Großes Interesse bei der Abschlussveranstaltung

Das Bürgerbeteiligungsverfahren Hameln2030 begann im Herbst 2015 mit Fachvorträgen und ging am 12.6.2017 mit einer großen Versammlung zu Ende. 293 Menschen kamen ins Weserberglandzentrum, um noch einmal ihr Votum zur Stadtentwicklung abzugeben.
Das Projekt war breit angelegt: Die Informationsphase umfasste Vorträge zum Thema kommunale Finanzen, Wirtschaft, demographischer Wandel und Wasserflächen. Fachleute von der Universität und versierte Kommunalbeamte schilderten dabei die Rahmenbedingungen, denen auch Hameln unterliegt.
In der ersten Beteiligungsphase konnten dann Fragebögen ausgefüllt werden, die in deutscher, englischer, türkischer und arabischer Sprache vorlagen. Auch im Netz konnten Ideen, Kritik und Lob hinterlassen werden. Schulprojekte und Informationsveranstaltungen bei Serviceclubs brachten das Projekt noch tiefer in die Stadtgesellschaft hinein. Die letztendlich eingereichten 2.239 Beiträge wurden ausgewertet und in sieben Zukunftsaufgaben, die eine positive Entwicklung der Stadt fördern sollen, und 105 Projektideen zusammengefasst.
Diese wurden in der zweiten Bürgerbeteiligungsphase an einem Wochenende diskutiert. In der Jugendwerkstatt wurden Heranwachsende speziell angesprochen, in einer Schülerwerkstatt auch Grundschüler und SchülerInnen mit Handicaps. Die Zuwandererkonferenz gab Migranten die Gelegenheit, ihre Sicht auf die Entwicklung Hamelns zu formulieren. Die insgesamt mehr als 500 Menschen, die sich in zweistündigen Runden an einem Stadtspiel beteiligten, wählten zwanzig Projektideen als besonders erfolgversprechend aus. Außerdem bewerteten sie die Zukunftsaufgaben, so dass eine neue Reihenfolge entstand. An der Spitze steht nun das Ziel „Stadt für junge Leute“, es folgt die „Stadt für Familien“ und an dritter Stelle steht die „Förderung der Wirtschaft“, also der Arbeitsplätze.
Die zwanzig, von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Dialogwerkstatt besonders gut bewerteten Projektideen wurden einer verwaltungsinternen Prüfung unterzogen. Deren Ergebnis wurde bei der Abschlussveranstaltung auf großen Steckbriefen präsentiert. Jeder Gast erhielt drei Jetons, mit denen er diese Finalisten noch einmal auszeichnen konnte. Noch während der Veranstaltung wurde ausgezählt. Die Reihung der Projektideen nach der Abschlussveranstaltung (gemäß Stimmenanzahl):

1.    Aufwertung der Weser-Promenade
2.    Weserstrand
3.    Erweiterung Hochschule
4.    Südumgehung
5.    Eintritt in GVH-Großbereich
6.    Start-Up-Förderung
7.    Mehrgenerationen-Bauprojekt
8.    Wesertreppe
9.    Bildungszentrum
10.    Rad- und Wanderregion Weserbergland
11.    Weserfestival
12.    Pop-Up-Store
13.    Neue Stadtquartiere
14.    Uni-Außenposten
15.    Spielplatz am Ufer
16.    Nachtbusse
17.    Familienfreundliche Baugebiete
18.    Bustaktung erhöhen
19.    Leerstandsvermittlung
20.    Nachmittagsmarkt

 

So zeigte sich noch einmal, dass die Hamelnerinnen und Hamelner die Zukunft ihrer Stadt ganzheitlich betrachten: Nicht nur die Stadtverwaltung kann sich dafür einsetzen, sondern auch privatwirtschaftliche Einrichtungen, andere Verwaltungseinheiten, der Einzelhandel, die Touristiker, die Marktbeschicker usw. Alle sind aufgerufen, gemeinsam nach einem guten Weg zu suchen.
Auf dem Podium saßen daher auch Experten aus den verschiedensten Bereichen: Michael Joop, der Vorstandsvorsitzender der Volksbank Hameln-Stadthagen eG, die Landesbeauftragte Beckmann, der Fischmeister und Marktbeschicker Meyer, der Vizepräsident der HSW Prof. Schulte, der Stadtmarketingmanager Andres, die Geschäftsführerin der IHK Dr. Schulz, der Erste Kreisrat Vetter, der Geschäftsstellenleiter der Landesstraßenbaubehörde Brockmann und Oberbürgermeister Griese.
Markus Brockmann erklärte, warum der Bau der Südumgehung so lange auf sich warten läßt. Die komplizierten Abhängigkeiten zwischen Gesetz, Politik und Sachlage vor Ort schilderte er so anschaulich, dass er Szenenapplaus bekam. Die Landesbeauftragte Beckmann machte deutlich, dass die Landesregierung in Hannover in absehbarer Zeit keine Neugründungen von Universitäten plant. Das Land investiert stattdessen in die Qualität der bestehenden Einrichtungen. Das ernüchterte manchen, aber die bodenständigen Hamelner orientierten sich gleich um und wählten nun die Erweiterung der HSW auf den drittvordersten Platz.
Frau Dr. Schulz berichtete aus ihrer täglichen Praxis im Kontakt mit den örtlichen Unternehmen. Auch für diese ist das Angebot weiterführender Bildung vor Ort ein wichtiges Standortargument. Denn die örtliche, paßgenaue Ausbildung erhöht die Chance darauf, dass die zukünftigen Fachkräfte in der Region bleiben.
Oberbürgermeister Griese machte deutlich, was die Stadtverwaltung alles schon unternommen hat in den Feldern, die den Bürgerinnen und Bürgern wichtig sind. Die Landesbeauftragte Beckmann bescheinigte ihm dann auch, dass „seine“ Hamelner Verwaltung besonders effektiv arbeite.
Die Stimmung unter den vielen Gästen war gut und allen war klar, dass noch viel getan werden muss, damit Hameln eine erfolgreiche Zukunft vor sich hat. Aber die sehr lebendige Stadtgesellschaft, die sich am Verfahren Hameln2030 mit großem Einsatz beteiligt hat, macht Mut!

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Zwischenbericht 2016